Bürgewaldgemeinden: Wem gehört der Wald?

Arnold von Arnoldsweiler und der Bürgewald

Gemeinschaft der Gemeinden (GdG) Düren-Nord: „Arnold erbat 774 während einer Jagd von Karl ein Waldgebiet zwischen Elle und Erft westlich von Köln, das der König ihm zusagte. Gemäß dem geltenden Recht grenzten beide den Wald ab, indem sie oder ihre Beauftragten ihn umritten und Bäume als Grenzzeichen markierten. Die ausführlich geschilderte Übergabe fand in Anwesenheit aller Führungskräfte des Reiches 775 auf dem Reichstag von Düren statt. Sofort nach dem Erhalt schenkte Arnold den Wald Gott und verteilte ihn unter den anliegenden Orten, in deren Besitz er bis 1967 blieb.“
http://kirche-dueren-nord.de/index.php?option=com_content&view=article&id=990&Itemid=76

arnoldus-pferd
Arnoldus umreitet den Wald und markiert die Grenzen an den Bäumen mit seinem Schwert

Wikipedia: „Arnold von Arnoldsweiler (* im 8. Jahrhundert; † um 800 in Ginnizweiler, heute Düren-Arnoldsweiler) ist ein Heiliger der römisch-katholischen Kirche und war Musiker (Harfenspieler und Sänger) am Hof Karls des Großen. Sein Gedenktag ist der 18. Juli.“
https://de.wikipedia.org/wiki/Arnold_von_Arnoldsweiler

In der Arnolduskapelle sind 16 der beschenkten Dörfer auf Namensschildern aufgelistet. Siehe Liste unten mit (*).

Wachszins

Gemeinschaft der Gemeinden (GdG) St. Franziskus Düren-Nord: „Bereits 1360 bestätigte Herzog Wilhelm I. von Jülich (geb. um 1299, gest. 1361) die Verpflichtung der Bürgewaldgemeinden zur Entrichtung eines Kerzenopfers am Pfingstdienstag, später am Pfingstmontag. Diese Verpflichtung wurde erst im 19. Jahrhundert abgelöst.“
http://kirche-dueren-nord.de/index.php?option=com_content&view=article&id=75&Itemid=65

Wikipedia: „Einige dieser Orte brachten bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts noch den Wachszins nach Arnoldsweiler. Heutzutage wird jedoch aus fast keinem dieser Orte mehr eine Kerze an das Arnoldusgrab gebracht, aber es gibt Ausnahmen. […] Manheimer Pilger belebten in der Arnolduswoche 2013 diesen Brauch des Wachszinses wieder und opferten das erste Mal seit vermutlich über 100 Jahren eine Kerze am Arnoldusgrab in Arnoldsweiler.“

Seit 2013 erbringen Manheimer Pilger wieder den Wachszins.

Katholische Kirche in Kerpen Süd-West: „Arnoldus und der Wachszins. Traditionell nimmt der Ortsausschuss wieder die Einladung zur Arnolduswoche an. Das Thema lautet: Seid bereit, jedem Rede und Antwort zu stehen! Zur gemeinsamen Abfahrt der Teilnehmer treffen wir uns am Mittwoch, 19.07.2017, um 14.00 Uhr wie gewohnt in Manheim, Bergheimer Straße 5. Um 15.00 Uhr besuchen wir die hl. Messe mit anschließender Begegnung im Schützenheim. Herzliche Einladung an alle!“
http://gemeinden.erzbistum-koeln.de/seelsorgebereich-kerpen-sued-west/pfarrnachrichten/bereich_west/2017-07-15-AKTUELL-Bereich-West-Doppelausgabe-Endversion.pdf

Ortsvorsteherin Lonie Lambertz: „Manheimer bringen zu Ehren des Hl. Arnoldus den Wachszins nach Arnoldsweiler.“
https://www.manheimer-vereinsrunde.de/aktuelles/

Zitat Anfang

Zur Historie: Der Legende nach haben viele Dörfer den Bürgewald dem Hl. Arnoldus zu verdanken (siehe Wikipedia Arnoldus). Die Nutzer der Bürgewälder waren verpflichtet jährlich einen sog. Wachszins zu entrichten. Der Ortsausschuss der Pfarrgemeinde griff die Anregung der Ortsvorsteherin auf und ließ diesen Brauch nochmals aufleben.

Dem Programm ist der Ablauf der Arnolduswoche zu entnehmen. Sehenswert ist die Kapelle: Fresken von Peter HeckerInfos aus Wikipedia

Eine Manheimer Gruppe unter Leitung der Vorsitzenden des Ortsausschusses Cilly Rüttgers und Ortsvorsteherin Lonie Lambertz, fuhr nach Arnoldsweiler um nach alter Tradition den Wachszins zu bringen und die Verbundenheit mit dem Hl. Arnoldus zu bekunden. Ein Manheimer Künstler hat eine Kerze beschriftet, die neben der Reliquie des Hl. Arnoldus zum Beginn der Arnolduswoche aufgestellt wurde. Viele Jahre blieb der Platz, der für die Kerze der Manheimer vorgesehen war, leer. Das Wappen, als Kennzeichnung, ist verschwunden.

Manheim, erstmals 898 n. Chr. urkundlich erwähnt, war neben Etzweiler und Morschenich eine der drei ältesten Rodungsinseln im Bürgewald. Zunächst siedelten hier wohl fränkische Bauern. 1027 ging die Grundherrschaft an das Erzbistum Köln über. Ab 1954 bildeten die Gemeinden Buir und Manheim einen gemeinsamen Amtsbezirk. Zum 1. Januar 1975 wurde Manheim dann der neuen Stadt Kerpen zugeordnet. Bis vorletztes Jahr wohnten in Manheim 1600 Menschen.

Braunkohletagebau

Der Ort Manheim und der Bürgewald müssen nun dem Tagebau Hambach weichen. Der Umbruch ist schon weit fortgeschritten, seit dem 1. April 2012 kann am neuen Ort in der Nähe von Kerpen, am Naturschutzgebiet Dickbusch gebaut werden. Über 90 Neubauten werden dort aktuell errichtet und 20 Manheimer wohnen schon am neuen Ort.

Deshalb ist es wichtig, möglichst viele Erinnerungen an den Charakter ihres Ortes und der Umgebung zu erhalten.

Die Erinnerung an die Arnoldussage und die Idee an den Feierlichkeiten der Arnolduswoche teilzunehmen, kann ein wesentlicher Baustein dieser Erinnerung sein. Vielleicht gelingt es auch das Wappen, das am Kerzenleuchter in der Kapelle hing, wiederzufinden oder neu herzustellen.

Zitat Ende

Wikipedia: „Der damals noch unter dem Namen Rheinbraun firmierende Tagebaubetreiber leitete 1974 das Genehmigungsverfahren für den Tagebau ein und konnte 1978 mit dem Aufschluss beginnen.“
https://de.wikipedia.org/wiki/Tagebau_Hambach

Die letzten Reste des Bürgewaldes…

Die nächste Rodungssaison soll am 1. Oktober 2017 im Hambacher Forst beginnen.
https://hambacherforst.org/rodungssaison-17/

Nach den Plänen von RWE soll vom Hambacher Forst nichts übrig bleiben.
https://energieliga.wordpress.com/2017/08/rheinisches-braunkohlenrevier.html

Im Folgenden eine Aufzählung der Bürgewaldgemeinden:

Arnoldsweiler, 52353 Düren (*)
Ellen, 52382 Niederzier (*)
Hambach, 52382 Niederzier
Oberzier, 52382 Niederzier (*)
Niederzier, 52382 (*)
Lich-Steinstraß, 52428 Jülich († 1989) (*)
Bettenhoven, 52445 Titz
Höllen, 52445 Titz
Rödingen, 52445 Titz (*)
Glesch, 50126 Bergheim
Paffendorf, 50126 Bergheim (*)
Oberembt Frankeshoven, 50189 Elsdorf
Oberembt, 50189 Elsdorf
Niederembt, 50189 Elsdorf (*)
Tollhausen, 50189 Elsdorf
Esch, 50189 Elsdorf
Etzweiler, 50189 Elsdorf († 2005)
Angelsdorf, 50189 Elsdorf
Elsdorf, 50189 (*)
Giesendorf, 50189 Elsdorf
Grouven, 50189 Elsdorf
Berrendorf, 50189 Elsdorf
Heppendorf, 50189 Elsdorf
Kerpen
Manheim, 50170 Kerpen (soll 2022 dem Tagebau weichen) (*)
Blatzheim, 50171 Kerpen (*)
Buir, 50170 Kerpen (*)
Sindorf, 50170 Kerpen (*)
Golzheim, 52399 Merzenich (*)
Morschenich, 52399 Merzenich (soll 2022 dem Tagebau weichen) (*)
Merzenich (*)

im Einzugsgebiet…
Tanneck, Elsdorf († 2005) 
Gesolei, Elsdorf († 2003)

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.