Radtour Barbararunde: Rückblick

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Es gibt kein schlechtes Wetter, es gibt nur falsche Kleidung!

Dem Schneeregen zum Trotz haben sich gestern vier wetterfeste Menschen mit ihren Fahrrädern vor dem Bahnhof in Sindorf getroffen. Die Menschen kamen aus Troisdorf, Bonn, Köln und der Umgebung. Bei nasskaltem Winterwetter fuhren wir über verschiedene Stationen in den Hambacher Wald.

GPX: Fahrradtour Kerpen Regierungsbezirk Köln
https://www.gpsies.com/map.do?fileId=emhwxmbsdmxkyhyp

Tagebau Hambach

Unsere erste Station war der Aussichtspunkt „:terra nova“. Liegestühle luden ein, sich auf kaltes Metall zu legen, in den umwölkten Tagebau zu schauen und den Baggern dabei zuzuschauen, wie sie sich immer weiter ins Land hineinfressen. Die Einladung schlugen wir dankend aus. Auf dem Kinderspielplatz sahen wir ein versunkenes Schiff im Sand. Es waren keine Kinder da. Details zum Tagebau siehe Arnolds‘ Ritt.

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:terra nova

Im Restaurant war es leer. Aktuell gibt es dort eine sehr sehenswerte Ausstellung. Das Projekt „Forest Punk“ des Fotografen Dieter Klein führt die Betrachter an ungewöhnliche Schauplätze und zu verlassenen Traumautos in Europa und den USA.

Manheim

Die beiden Ortschaften Manheim und Morschenich befinden sich aktuell in Umsiedlung. Manheim seit dem Jahr 2012 und Morschenich seit dem Jahr 2015. Manheim-Neu ist ein Vorort von Kerpen, Morschenich-Neu ist ein Vorort von Merzenich. Manheim wurde das erste Mal urkundlich im Jahre 898 erwähnt. Von der Umsiedlung sind in Morschenich ca. 500 Menschen und in Manheim ca. 1.500 Menschen betroffen. Die ersten Häuser wurden bereits abgerissen. In Manheim gibt es mehrere Gebäude, die unter Denkmalschutz stehen. So auch das Haus Bochheim, das vor 1138 erbaut wurde. Alle Gebäude sollen nach den Plänen von RWE dem Tagebau weichen.

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Haus Bochheim

Streuobstwiesen

In Manheim gibt es mindestens zwei Streuobstwiesen. Eine Wiese mit Apfelbäumen befindet sich hinter dem Sportplatz. Eine andere Wiese mit Pflaumen- und Birnenbäumen befindet sich neben dem Schulgelände. Diese Streuobstwiesen sollen auch dem Tagebau weichen.

Der NABU schreibt: „Streuobstwiesen gehören zu den landwirtschaftlich genutzten Flächen mit einem besonders hohen Wert für den Erhalt der biologischen Vielfalt in Nordrhein-Westfalen. Sie sind Lebensraum für mehr als 5000 Tier- und Pflanzenarten, darunter bedrohte Arten wie Steinkauz oder Siebenschläfer, aber auch zahlreiche Wildbienen- und Insektenarten. Und sie sind in ihrem Fortbestand gefährdet: Rodungen für Siedlungsfläche, Überalterung und Verfall, Nutzungsaufgabe und fehlende Neuanlage lassen die Fläche der Streuobstwiesen in Nordrhein-Westfalen seit Jahrzehnten kontinuierlich schrumpfen. Um diesen Trend umzukehren, haben Vertreter aus Landwirtschaft und Naturschutz gemeinsam mit dem Land NRW Ende vergangenen Jahres eine Kooperationsvereinbarung geschlossen. Im August 2017 hat das „Netzwerk Streuobstwiesenschutz.NRW“ nun seine Arbeit aufgenommen.“

Ursprünglich war die Idee, von den Apfelbäumen Barbarazweige abzuschneiden. Es kam der Einwand, dass wir den Insekten dann ja die Nahrung wegnehmen würden. Wir haben uns dann dazu entschlossen, stattdessen Äste von bereits gefällten Bäumen zu sammeln. Die Äste haben sich schon auf den Frühling vorbereitet und entsprechend Knospen ausgebildet.

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Barbarazweige vom Boden aufheben.

Hambacher Wald

Die Tour endete schließlich im Hambacher Wald. Der Wald wächst dort seit 12.000 Jahren. Ein einzigartiges Ökosystem hat sich dort entwickelt. Es leben dort mehrere geschützte Arten. Im Wald und auf einer angrenzenden Wiese leben seit 2012 Menschen, die den Wald vor Abholzung bewahren wollen.

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Waldbesetzung: Schön, dass Du da bist!

RWE hat in dieser Rodungssaison bereits an zwei Tagen Fakten geschaffen und Bäume gefällt. Dann mussten die Rodungsarbeiten auf Anordnung des Oberverwaltungsgerichtes in Münster eingestellt werden. Die Polizei Aachen bereitet sich derweil auf die Räumungen vor. Entsprechende Medienberichte versuchen, Stimmung zu machen.

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