Alma

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Apfelbäume auf einer Streuobstwiese in Kerpen-Manheim im August 2017

Zum Jahreswechsel 2017/2018 entstand im Rundhaus auf der Wiese eine Geschichte. Vielleicht kann sie uns als Inspiration und Vision dienen, mit der wir auch in Wirklichkeit Geschichte schreiben. Die Geschichte entwickelt sich laufend weiter. Anmerkungen, Änderungswünsche und neue Ideen sind herzlich willkommen!
(Stand: 21.03.2020)

„Homo sum, humani nihil a me alienum puto“ (Heaut., 77)
„Ich bin ein Mensch, nichts Menschliches ist mir fremd.“

Terenz (* zwischen 195 und 184 v. Chr. in Karthago; † 159 oder 158 v. Chr. in Griechenland)
https://de.wikipedia.org/wiki/Terenz

… zitiert von der wundervollen Dr. Maya Angelou…
https://www.youtube.com/watch?v=ePodNjrVSsk&list=PLN-ZVQ9Hc8I4NsXl21ErnDmwdKMMl0kSb

Alma und der Drache

Einstimmung

Flute Prayer for Hambacher Forest

Manheim und der Wald

Die Grauen Drachen

Auf halber Strecke zwischen Aachen und Köln liegt das Dorf Wald-Manheim. Eine rheinische Legende erzählt (1), dass vor vielen Hundert Jahren in dieser Region riesige Drachen (2) mit einer grau schimmernden stählernen Haut auftauchten (1978 n.Chr.). Die Grauen Drachen zerstörten das Land und die Höfe der Bauern und verschlangen alles, was sich ihnen in den Weg stellte. Alles. Die Bewohner*innen der betroffenen Dörfer waren verzweifelt und wollten sich von der Tyrannei der Drachen befreien. Also liefen sechzehn der tapfersten Menschen an den Rand des Kraters, in dem die Drachen lebten. Die Menschen wollten die Grauen Drachen bekämpfen. Jedoch ohne Erfolg. Die Hälfte der Menschen wurde von den Drachen überwältigt, die restlichen flüchteten, glücklich, das Abenteuer überlebt zu haben.

Politik für 40 Jahre

Vierzig Jahre lang trieben die Grauen Drachen ihr Unwesen. Sie kamen Manheim, wie Wald-Manheim damals hieß, immer näher. Dorfbewohner*innen von Manheim baten die Regierung um Hilfe. Aber diese sagte, sie hätte wichtigere Probleme, denen sie sich widmen müsste. Die Politiker*innen meinten, dass die Drachen lediglich dummen und leichtsinnigen Menschen Schaden zufügen könnten. Vor allem aber würden die Grauen Drachen große Schätze zu Tage fördern, die für alle gut seien. Mit dieser Nachricht kehrten die Gesandten zurück. Das Dorf Manheim schien verloren.

Rammstein – Sonne

Menschen im Wald

Zur gleichen Zeit sammelten sich in dem Wald bei Manheim Menschen, die aus allen Teilen der Welt kamen. Sie bauten in den Bäumen Häuser, in denen sie wohnten. Die Menschen wollten den letzten Rest des alten Waldes vor den Grauen Drachen beschützen. Eine Menschenseele war von Anfang an mit dabei. Sie nannte sich Alma🍎 (3). Sie kannte viele Geschichten und viele Lieder. Die letzten Bewohner*innen von Manheim schöpften neue Hoffnung.

Alma singt ein Lied

Eines Tages ging Alma🍎 in einem roten Kleid und mit einem Apfel als Wegzehrung gemeinsam mit den Menschen aus dem Wald an die Waldgrenze. Sie stiegen auf den Wall, der den Drachenkrater begrenzte. Alma🍎 begann, ein Lied zu singen. Die anderen Menschen stimmten nach und nach ein. Der Gesang ließ die Grauen Drachen aufhorchen. Die Drachen wurden still, um dem Lied zu lauschen. Sie liebten die Musik. Die Menschen sangen, bis die Drachen einschliefen.

Curawaka – Cunaq (4a)

Alma erzählt eine Geschichte

Zögerlich gingen die Menschen von Manheim an den Rand des Kraters, in dem ihre alten Feinde lagen und sich nicht bewegten. Die Menschen wollten dem Frieden nicht trauen: „Was ist, wenn die Grauen Drachen wieder aufwachen? Würden sie dann vielleicht noch viel hungriger sein und noch viel mehr zerstören?“ Alma🍎 bat die Menschen, sich zu setzen. Dann begann sie, eine Geschichte zu erzählen. Die Geschichte vom Goldenen Drachen.

Der Drache

Der Goldene Drache von Buir

166_210_1_g„Auf dem Weg zum Wald habt Ihr vielleicht das Schild am Wegesrand gesehen. Dort ist ein Drache auf grünem Grund abgebildet. Es ist ein Goldener Drache☀️🐉 mit den Flügeln einer Fledermaus und den Krallen eines Greifvogels. In dem Wappen wird er zusammen mit einer Lanze abgebildet. Mit dieser Lanze soll er getötet worden sein (6). Bloß: Ich sehe keine Wunde und ich sehe kein Blut.“ Alma🍎 machte eine Pause und schaute in die Runde. „Ich sage Euch: der Goldene Drache☀️🐉 lebt!“

драконья песня

Fortsetzung folgt…

Anhang

(1) Martha

Die Geschichte basiert u.a. auf der Legende der Heiligen Martha. Eine provençalische Legende erzählt, dass Martha in der Nähe des später so genannten Tarascon im Rhônetal den Menschen fressenden Drachen Tarasque bändigte und an ihrem Gürtel nach Arles führte, um ihn dort seinem eigentlichen Bestimmungsort, dem breiten Fluss der Rhône, zu übereignen. Wir haben ein paar Details verändert und die Geschichte auf die Situation hier am Tagebau Hambach angepasst.
https://energieliga.wordpress.com/geschichten/Martha/

(2) Drachen

John Howe in Drachen und Giganten: „In vielen Sagen über heroische Großtaten spielt der Drache eine Rolle, die sich auf animalische Kraft, riesige Größe und glühend heiße Atemstöße beschränkt. Aber Drachen sind nicht einfach kalte Bestien, Kontrastfiguren für aufstrebende Helden, die ihr Können prüfen möchten. Der Antike Drache war eine schöpferische Kraft und wurde vor allem im Osten stets als geheimnisvoller und mächtiger Beschützer der Naturgewalten respektiert. Das altgriechische Wort drakon für einen riesigen Drachen stammt vom Verb derkein, „klar erkennen“ und bestätigt somit die geistigen Kräfte des Drachen. Sowohl die Griechen als auch die Römer schätzten in Orakel-Befragungen seine Weisheit und aus dem Mund der Tempelpriesterinnen sprachen heilige Schlangen.“
https://energieliga.wordpress.com/geschichten/drachen/

(3) Alma

Wikipedia: „Der Name „Alma“ hat mehrere Entstehungslinien. Im Italienischen geht der Name auf lateinisch almus („nährend“, „fruchtbar“) zurück. Der Name hat auf Spanisch und Portugiesisch die Bedeutung „Seele“ oder „Geist“. Als Alma mater wurde in der Antike die Fruchtbarkeitsgöttin bezeichnet, was später in Anspielung auf die praktizierte „geistige Nährung“ Synonym für oder Namensteil von mehreren Universitäten wurde. Das hebräische Wort עלמה („Almáh“) bedeutet „junge Frau“. Alma heißt in anderen Sprachen auch Apfel (Ungarisch, Krimtartarisch), Wildmensch (Mongolisch), „auf dem Wasser“ (Arabisch) und „Wasser“ (tschadisches Arabisch) und „die Reiche“ (in der Kunstsprache „Elbisch“, J. R. R. Tolkien).“
https://de.wikipedia.org/wiki/Alma_%28Vorname%29

(4) Wasser

a) Kommentar: „Cuñaq ist ein traditionelles Lied der Bergkette von Lima, speziell von San Pedro de Casta Provinz von Huarochirí, wo Marcahuasi ist. Es wird beim Wasserfest von den Bauern des Ortes gesungen. Jetzt wird es auch in vielen medizinischen Zeremonien gesungen.“

CUÑAQ – Musik für das Wasser
https://www.youtube.com/playlist?list=PLN-ZVQ9Hc8I63amgaI53ilZq7udz91617

b) Wikipedia: „Als habitable Zone (auch Lebenszone, bewohnbare Zone oder veraltet Ökosphäre) bezeichnet man im Allgemeinen den Abstandsbereich, in dem sich ein Planet von seinem Zentralgestirn befinden muss, damit Wasser dauerhaft in flüssiger Form als Voraussetzung für erdähnliches Leben auf der Oberfläche vorliegen kann.“
https://de.wikipedia.org/wiki/Habitable_Zone

(5) Ḫumbaba

Ḫumbaba (sprich Chumbaba), früh auch Huwawa, ist in der sumerischen Mythologie der Wächter des Zedernwaldes am Libanon. Er kommt in mehreren sumerischen Mythen vor, beispielsweise im Gilgamesch-Epos. Gilgamesch und Enkidu planen, gemeinsam eine Heldentat zu vollbringen und Ḫumbaba zu töten, um im Wald der Inanna Zedern zu fällen. Nach langem Kampf, unterstützt von Šamaš, töten sie Ḫumbaba und fällen die Zedern. Über den Kampf liegen mehrere sich unterscheidende Versionen vor.
https://de.wikipedia.org/wiki/%E1%B8%AAumbaba

(6) Michael

Stadt Kerpen: „Der gespaltene Schild des Wappens der Gemeinde Buir wird vorn in Silber von einem schwarzen Balken geteilt und zeigt oben zwei schwarze Ringe, unten einen schwarzen Ring. Vorbild war das Siegel des Buirers Gerart van Bure von 1394. Im hinteren grünen Schildteil ist als Attribut des Buirer Pfarrpatrons St. Michael ein von einer Lanze durchbohrter goldener Flügeldrache zu sehen.“
https://energieliga.wordpress.com/geschichten/michael/

(7) Drachenbootfest

China feiert am 25. Juni 2020 das Drachenbootfest. Die Sommersonnenwende ist am 21. Juni 2020. Das Drachenbootfest fällt auf den 5. Tag des 5. Monats im traditionellen chinesischen Kalender, weshalb es auch „Doppelfünf-Fest“ genannt wird. Das Drachenbootfest gehört neben dem Chinesischen Neujahrsfest und dem Mondfest zu den drei wichtigsten Festen in China.
https://de.wikipedia.org/wiki/Drachenbootfest
https://www.deutsch-chinesische-allgemeine.com/2013/02/10/das-drachenbootfest-duanwujie/

Weitere Termine:
14. Juni 2021