Barbara

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Apfelbäume auf einer Streuobstwiese in Kerpen-Manheim im April 2018

Am 4. Dezember 2017 ist der Gedenktag der Heiligen Barbara. Sie ist die Schutzpatronin der Menschen, die im Bergbau arbeiten. In dieser Zeit finden in Bergbauregionen an verschiedenen Tagen und Orten Feierlichkeiten zu ihren Ehren statt, die sogenannten Barbarafeiern. RWE veranstaltet einmal im Jahr einen Barbara-Empfang auf Schloss Paffendorf.

Die Heilige Barbara wurde der Legende nach von ihrem eigenen Vater enthauptet, weil sie nicht mehr das glauben wollte, was ihr Vater glaubte. Zur Strafe für seine Tat wurde der Vater vom Blitz getroffen. Am Ende waren also sowohl Vater als auch Tochter tot, weil sie sich nicht von ihrem jeweiligen Glauben abbringen lassen wollten.
http://www.heiligenlegenden.de/monate/dezember/04/barbara/home.html

Guido van den Berg (SPD) zitierte am 30. November 2017 im Landtag Pfarrer Martin Trautner aus Elsdorf, einer Anrainerkommune des Hambacher Forstes mit den Worten: „Die radikale Vehemenz und die gnadenlose Unerbittlichkeit, mit der Barbaras Vater den christlichen Glauben seiner Tochter bekämpfte, erinnern mich in fataler Weise an die gewalttätigen Übergriffe auf Mitarbeiter im Tagebau Hambach durch Aktivisten und sogenannten Braunkohlewiderstand. Man muss sich seiner Sache schon sehr sicher sein, wenn man in anderen Menschen derart schlimme Feinde sieht, dass man sie an Leib und Leben gefährdet.“
https://www.landtag.nrw.de/portal/WWW/dokumentenarchiv/Dokument/MMP17-15.html

Bloß: Wer gehört hier tatsächlich zur Vatergeneration? Und wer gehört zur Tochtergeneration? Wer übernimmt welche Rolle? Was sind die Konsequenzen?

Neben den Barbarafeiern der Bergleute gab bzw. gibt es auch einen Brauch: „Um Mitternacht oder in der Früh des Barbaratags gingen die Mädchen und die Frauen in den Garten oder in den Hof hinaus und brachen sich einige Zweige eines Kirsch-, Aprikosen- oder Apfelbaumes ab. Diese so genannten Barbarazweige (Barbaratswaich, Lewetswaich) wurden an einen warmen Platz gestellt. Wenn sie zu Weihnachten blühten, war nach dem Volksglauben eine reiche Ernte zu erwarten.“
http://www.brauchtumsseiten.de/a-z/b/barbaratag/home.html

Diesen Brauch wollen wir aufgreifen und laden zur Barbarunde auf dem Fahrrad ein. Wir besuchen u.a. die Obstbäume auf alten Streuobstwiesen in Manheim. Wir möchten den Brauch zudem weiterentwickeln und explizit alle Menschen ansprechen, so dass es zu einem Unisex-Brauch werden kann. 🙂

Am 4. Dezember
Geh in den Garten am Barbaratag.
Gehe zum kahlen Kirschbaum und sag:
Kurz ist der Tag, grau ist die Zeit.
Der Winter beginnt, der Frühling ist weit.
Doch in drei Wochen, da wird es geschehen:
Wir feiern ein Fest, wie der Frühling so schön.
Baum, einen Zweig gib du mir von dir.
Ist er auch kahl, ich nehm ihn mit mir.
Und er wird blühen in seliger Pracht
mitten im Winter in der heiligen Nacht.

JOSEF GUGGENMOS

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