Martha

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„Der Drache zerstörte das Land und die Höfe der Bauern.“

https://de.wikipedia.org/wiki/Martha_von_Bethanien

Der Überlieferung nach soll Martha im Jahr 48 gemeinsam mit ihren Geschwistern nach Frankreich vertrieben worden sein. In der Nähe von Marseille soll sie ein Kloster gegründet und ein asketisches Leben geführt haben. Sie reiste nach Tarascon und bezwang dort das Ungeheuer Tarasque, einen menschenfressenden Drachen.

https://de.wikipedia.org/wiki/Tarasque

Die Tarasque ist der Drache, dem der Sage nach die südfranzösische Stadt Tarascon ihren Namen verdankt. Im 12. Jahrhundert verbreitete sich die Überlieferung um die Tarasca, das von der Heiligen Martha bezwungene Ungeheuer (1187 Auffindung der Martha-Reliquien, Neuerrichtung der 1197 geweihten Kirche Sainte-Marthe). Bis heute wird die Zähmung des Drachen durch die Jungfrau jedes Jahr zu Pfingsten mit einem Umzug gefeiert.

Tarascon war vormals ein kleines Dorf namens Nerluc. Dort trieb ein riesiger Drache mit blau schimmernden stählernen Schuppen sein Unwesen. Der Drache verschlang sowohl Vieh als auch Wanderer und Jungfrauen. Er zerstörte das Land und die Höfe der Bauern. Die Bewohner von Nerluc waren verzweifelt und wollten sich von der Tyrannei des Tarasque, wie der Drachen genannt wurde, befreien. Also marschierten sechzehn der tapfersten Männer an die Ufer des Flusses, in dem sich Tarasque befand, der Rhone, um ihn zu bekämpfen, jedoch ohne Erfolg. Die Hälfte der Männer wurde vom Feuerstrahl des Drachen verbrannt, die restlichen flüchteten, glücklich, das Abenteuer überlebt zu haben.

Die Dorfbewohner von Nerluc beschlossen, den König um Hilfe zu bitten. Aber dieser hatte andere Probleme, denen er sich widmen musste. Die edlen Ritter meinten, dass die Tarasque lediglich dumme Bauern auffräße und der ganze Aufwand sich nicht lohne, da der Drache keinen Schatz bewache und auch keine Jungfrau, die zu gewinnen wäre. Mit dieser Nachricht kehrten die Gesandten nach Nerluc zurück. Das Dorf schien verloren.

Zur gleichen Zeit legte ein kleines Schiff bei Les-Saintes-Maries-de-la Mer an. Eine junge Frau in einem weißen Kleid kam an Land. Es handelte sich um die Heilige Martha. Die Bewohner von Nerluc baten die Heilige um Hilfe, und Martha willigte ein.

Sie schützte sich mit zwei Ästen, die sie in Form eines Kreuzes vor sich hielt. So ging sie an den Fluss, setzte sich auf einen großen Stein am Ufer und begann zu singen. Der Drache liebte Musik und Gesang. Von der zarten Stimme Marthas bezaubert, tauchte der Tarasque aus dem Fluss auf und legte sich hin, um dem Lied zu lauschen. Martha sang, bis der Drache einschlief. Dann nahm sie ein Seil und band es dem Untier um den Hals.

Die Menschen von Nerluc waren verängstigt, als sie St. Martha mit ihrem alten Feind, der jetzt zahm wie ein Welpe war, die Straße entlangkommen sah. Doch die Angst schlug um in Wut und Rachsucht. Die Einwohner von Nerluc bestraften den Drachen für die jahrelange Unterdrückung und bewarfen ihn mit Steinen. St. Martha wollte das aufgebrachte Volk aufhalten, als der Trasque unvermittelt tot zu Boden sank.

https://www.heiligenlexikon.de/BiographienM/Martha_von_Bethanien.html

Eine provençalische Legende erzählt, dass Martha in der Nähe des später so genannten Tarascon im Rhônetal den Menschen fressenden Drachen Tarasque mit Kreuzzeichen und Weihwasser – oder Weihrauch – bändigte und an ihrem Gürtel nach Arles führte, um ihn dort seinem eigentlichen Bestimmungsort, dem breiten Fluss der Rhône, zu übereignen. Eine andere Fassung sagt, dass die Leute in Tarascon den Drachen töten wollten, weil sie Angst vor ihm hatten, Martha ihn aber in einer Höhle versteckte und so sein Leben rettete.

https://de.wikipedia.org/wiki/Martha

Martha ist hebräisch (מרתה Martâ) und bedeutet „die Herrin“ oder „die Gebieterin“. […] Martha ist die Schutzheilige der Hausfrauen.

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Die Geschichten von Arnoldus und Martha haben mindestens zwei Gemeinsamkeiten: Die Musik. Arnoldus war Harfenspieler. Und die Festtage waren jeweils zu Pfingsten.

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Im Hambacher Wald angekommen können wir uns fragen: Was sind Drachen und wie wollen wir mit ihnen umgehen? Welche Rollen spielen die Pflanzen, Tiere und Menschen? Welche Geschichten wollen wir uns und unseren Nachkommen erzählen?

Zur Wintersonnenwende 2017 entstand im Rundhaus auf der Wiese eine neue Erzählung. Die Legende von Alma und dem Goldenen Drachen.

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